Bei unserer Aussage zum Börsenverein im Artikel wurde der Kontext nicht hinreichend wiedergegeben und suggeriert dadurch eine Unterstellung, nämlich dass der Börsenverein Buchhandlungen, die nicht Mitglied im Börsenverband sind, nicht mit dem Buchhandlungspreis auszeichnet. Dies unterstellen wir ausdrücklich nicht! (Weitere Klarstellungen weiter unten.) Bezüglich des aktuellen Vorfalls stehen wir voll und ganz hinter dem Börsenverein.
Unser schriftliches Statement, das vor Abdruck des Artikels auch an den Journalisten und Autoren des Artikels, Jens Kassner, gegangen ist, war folgendes:
„Unser Statement zum Buchhandlungspreis:
Der Ausschluss dreier Buchhandlungen vom Buchhandlungspreis durch den Beauftragten des BKM, nachdem die Buchhandlungen durch eine unabhängige Jury für den Preis nominiert waren, ist hochgradig problematisch. Weder wurden den Buchhandlungen die Chance für eine Stellungnahme gegeben, noch sind die Gründe für den Ausschluss öffentlich einsehbar. Nach gegenwärtigem Stand scheint es sogar so, dass es allein einer Whistleblowerin bzw. einem Whistleblower zu verdanken ist, dass die betroffenen Buchhandlungen und die Öffentlichkeit überhaupt von diesem Ausschluss erfahren haben. Ein solches Vorgehen legt den Vorwurf politischer Einflussnahme nahe und wir lehnen es aufs schärfste ab.
Vielleicht ist dieser Vorfall eine Chance, den gesamten Ablauf der Vergabe des Buchhandlungspreises transparenter zu gestalten: Von der Wahl der Jury bis zur Preisübergabe. Wenn der Prozess der Vergabe des Buchhandlungspreises, so weit als rechtlich möglich, öffentlich einsehbar ist, dann braucht es nicht eine mutige Whistleblowerin bzw. einen mutigen Whistelblower um Missstände aufzudecken. Das öffentliche Auge ist der beste Schutz vor unlauterer Einflussnahme.“
Im Gespräch mit Herrn Kassner hatten wir dann noch über die mögliche größere Transparenz bezüglich des Buchhandlungspreises in Zukunft gesprochen. Der Schwerpunkt auch hier lag auf der Idee, dass wenn der gesamte Prozess, von der Ernennung der Jury bis zu den Gründen, welche Buchhandlungen ausgewählt werden, so weit als möglich öffentlich einsehbar wären, dies das beste Mittel gegen Einflussnahme wäre. Vor allem, da damit die Last von möglichen Whistleblower*innen genommen wird. In diesem Kontext haben wir dann darüber gesprochen, dass es uns so scheint, dass es allgemein auch Unsicherheit zwischen BuchhändlerInnen gibt bezüglich der Kriterien dafür, wer in die Jury kommt und was genau die Gründe dafür sind, dass gewisse Buchhandlungen ausgewählt werden. In diesem Kontext haben wir auch wiedergegeben, dass es auch unter BuchhändlerInnen Unsicherheit zu geben scheint, ob eine Mitgliedschaft im Börsenverein eine Voraussetzung sein könnte, um den Buchhandlungspreis zu bekommen. Auch solche Fragen könnten durch mehr Transparenz ausgeräumt werden. Darum ging es uns und nichts anderes.
Wir selbst sind Mitglied im Börsenverein. Und zur ausdrücklichen Klarstellung: Es gibt Preisträger, die nicht im Börsenverein sind.
Ihre Buchhandlung am Brühl
Tina Kniep & Maximilian Gräber
